Pyjamas – oder Pajamas, wenn Sie sich ganz dem Commonwealth zugehörig fühlen – sind so sehr Teil unseres Alltags, dass man leicht vergisst, dass sie eine überraschend globale und recht stilvolle Geschichte haben. Das Wort selbst hat eine Reise über Kontinente, Kulturen und Jahrhunderte hinter sich, bevor es in unseren Kleiderschränken landete.
Woher das Wort kommt
Das Wort „Pyjama“ stammt aus dem Hindi- und Urdu-Begriff pāy-jāma (پاجامہ), was wörtlich übersetzt Beinkleid bedeutet. Pāy bedeutet „Bein“ und jama bedeutet „Kleidung“. Diese weiten, leichten Hosen waren in Süd- und Westasien verbreitet, oft mit einer Tunika kombiniert und wurden in warmen Klimazonen von Männern und Frauen getragen.
Als britische Kolonialbeamte diese bequemen Kleidungsstücke im 18. und 19. Jahrhundert in Indien entdeckten, übernahmen sie sie schnell – zuerst als Freizeitkleidung am Tag und später als Nachtwäsche. Der Begriff wurde zu „pyjamas“ anglisiert und nach Großbritannien gebracht, wo er schließlich seinen Weg in andere Teile der Welt, einschließlich Australien, fand.
Von Tages- zu Nachtwäsche
Ursprünglich waren Pyjamas nicht nur für die Schlafenszeit gedacht. In Indien und im Nahen Osten wurden sie aufgrund ihres Komforts, ihrer Atmungsaktivität und ihrer Eignung für heiße Klimazonen als Alltagskleidung getragen.
Erst im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, als sie im Westen populär wurden, begannen Pyjamas, die langen Nachthemden zu ersetzen, die typischerweise von Männern getragen wurden. Die Umstellung betraf nicht nur den Komfort – es ging um Stil. Maßgeschneiderte Pyjama-Sets sahen eleganter aus als unförmige Nachthemden und boten eine gewisse Modernität, die dem Geschmack des neuen Jahrhunderts entsprach.
Die Glamour-Jahre
In den 1920er und 30er Jahren waren Pyjamas nicht mehr auf das Schlafzimmer beschränkt. Der „Strandpyjama“ wurde zu einem High-Fashion-Statement für Frauen, mit fließenden, weit geschnittenen Hosen, kombiniert mit auffälligen Oberteilen und glamourösen Sonnenbrillen. Hollywood-Stars wurden fotografiert, wie sie in Seidenpyjama-Sets entspannten, was die Grenzen zwischen Loungewear und Luxusmode verwischte.
Moderne Pyjamas
Heute sind Pyjamas ein globales Grundnahrungsmittel. Sie reichen von traditionellen Baumwollsets bis hin zu hochwertigen Seidenstücken, von Flanellwärme im Winter bis zu Leinenleichtigkeit im Sommer. Das Konzept hat sich noch weiter ausgedehnt – „Tagespyjamas“ sind Teil der Loungewear- und Athleisure-Bewegungen geworden und beweisen, dass Komfort nie aus der Mode kommt.
Und die Schreibweise? In Australien hält sich pyjamas dank unseres britischen Englisch-Erbes stark. Aber man sieht pajamas bei amerikanischen Marken, und die beiden werden jetzt in der globalen Vermarktung austauschbar verwendet.
Warum es wichtig ist
Die Geschichte der Pyjamas ist mehr als nur eine kuriose Tatsache – sie erinnert daran, wie Kleidung eine gemeinsame Geschichte über Kulturen hinweg erzählt. Was als traditionelles südasiatisches Kleidungsstück begann, ist um die Welt gereist, hat sich in seinem Zweck weiterentwickelt und ist zu einem universellen Symbol für Ruhe und Komfort geworden.